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Kitarō - Die Person


KitarōDer Musiker Kitarō (japanisch: 喜多郎) wurde am 4. Februar 1953 als Masanori Takahashi (japanisch: 高橋 正則) in Toyohashi (Präfektur Aichi), Japan, geboren. Er wuchs in einer shintoistisch-buddhistischen Bauernfamilie auf. Schulkameraden gaben ihm wegen seiner langen Haare den Spitznamen „Kitarō“, nach dem gleichnamigen Hauptcharakter aus der bekannten Manga-Serie GeGeGe no Kitarō.

In seiner Schulzeit hatte er zuerst gar keine Ambitionen zur Musik. Sein großes Interesse war Tennisspielen und er dachte darüber nach, später Profi-Tennisspieler zu werden. Erst als Freunde in der High-School eine Band gründen wollten und ihn fragten, ob er mitmachen wolle, kam er zur Musik. Er begann mit der Gitarre und immer als Bandmitglieder krank wurden, beschäftigte er sich mit deren Instrumenten. Er war ein reiner Autodidakt, der viele Jahre auch keine Ahnung von Noten hatte. Mit der Band kam sein Interesse für Musik und er fand mehr und mehr Gefallen daran.

Seine Eltern sahen seine musikalischen Ambitionen nicht gerne, sie wollten, dass er „etwas Richtiges“ machte und vereinbarten bei Firmen Vorstellungsgespräche, zu denen er aber nicht hinging.

1975 war er einer der Gründungsmitglieder der Band Far East Family Band, spielte dort Keyboards und Percussion. Noch im gleich Jahr veröffentlichte die Band zwei Alben, wovon das 2. Album „Nipponjin“ durch den bekannten deutschen Synthesizermusiker und Tangerine Dream-Mitbegründer Klaus Schulze abgemischt wurde. Schulze produzierte und mischte auch das 3. Album „Parallel World“ ab. Das erste Zusammentreffen mit der Band war in Deutschland, die spätere Zusammenarbeit fand in Tokyo und in England in den bekannten „Manor Studios“ statt. Dabei zeigte Schulze Kitarō, der damals noch nicht unter seinem Künstlernamen Kitarō arbeitete, einige Grundlagen der Studioarbeit und weitere Möglichkeiten im Umgang mit Synthesizern. Kitarō merkte an der Art, wie Schulze seine Musik machte, dass Musikmachen etwas Spirituelles an sich haben kann. Dies beeindruckte und prägte ihn.

1976 verließ Kitarō die Far East Family Band und begab sich auf eine Reise durch Asien, die ihn u.a. nach Laos, China und Thailand führte. In Indien zog es ihn nach Poona an den Ashram des bekannten Gurus Bhagwan Shree Rajneesh, wo er ca. ein halbes Jahr lebte. Sein Name dort war „Deva Setu“.

Durch die Reisen nach Europa und Asien kam er der Natur näher und wollte seine neu gewonnen Eindrücke in seine Musik einfließen lassen. Dabei war es ihm wichtig, eine andere Stilrichtung als Klaus Schulze einzuschlagen, dessen Musik für ihn sehr deutsch klang. Er wollte eine eigene, eine asiatische Richtung kreieren.

1977 kehrte er nach Japan zurück und versuchte, als Musiker Fuß zu fassen. Durch Zufall gelangten erste Aufnahmen seiner Synthesizermusik zu Moko Nanri, der Ehefrau des Produzenten Taka Nanri und man nahm Kontakt zu ihm auf. Es war eine harte Zeit für Kitarō, er arbeitete tagsüber auf Baustellen oder anderen Gelegenheitsjobs, um Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen und arbeitete nachts im Studio von Taka Nanri an seinen musikalischen Ideen.

In dieser Zeit entstanden seine ersten beiden Alben: Ten Kai unter seinem Künstlernamen Kitarō und sein eher unbekanntes Album Space Roman, was er unter seinem echten Namen veröffentlichte. Man kann daran auch sehen, dass er verschiedene Richtungen ausprobierte. „New Age Musik“ war damals erst im Kommen und es gab zu der Zeit verschiedene Künstler, die Soundtracks mit Synthesizern nachspielten (z.B. Tomita). Er versuchte sich in beiden Stilen.

Beeinflusst durch seine verschiedenen Reiseeindrücke, durch Meditation und Beschäftigung mit der Natur kehrte er dem lauten Stadtleben den Rücken. Sein erstes eigenes Studio richtete er sich am Fuß des Berges Fuji auf Höhe der 2. Station (Ni-gôme) ein. Hier entstand sein zweites Kitarō-Album Dai Chi / From the Full Moon Story (1979). Leider gefährdete eine Schlammlawine sein Studio und so zog er um nach Kamakura. Dort meditierte er viel in einer Höhle direkt über dem Ozean und in Kamakura entstanden auch seine nächsten - sehr erfolgreichen - drei Alben (Oasis, Silk Road & Silk Road 2).

Neben seiner Synthesizermusik hatte er aber auch immer noch Verbindungen zu anderen Musikern und bei verschiedenen Produktionen aus dem Pop-Bereich mitgearbeitet. So kann man auch heute noch auf dem japanischen Gebrauchtmarkt über einzelne Pop-Singles stolpern, die von ihm produziert wurden bzw. auf denen er musikalisch mitgewirkt hat.

Insgesamt betrachtet war Kitarō nach der Veröffentlichung seines zweiten Albums Dai Chi / From the Full Moon Story ein eher unbekannter Musiker. Er hatte Fans, aber in einer recht kleinen musikalischen Sparte. In der breiten japanischen Öffentlichkeit war er eher unbekannt und international spielte er gar keine Rolle. Die ersten beiden Kitarō-Alben erschienen noch bei dem kleinen Label „Zen Music“. Der erste Schritt in eine größere Zukunft begann 1979 mit dem Wechsel zu „Canyon Records“, einer großen japanischen Plattenfirma. Hier erschien sein drittes Album Oasis (1979), was sich sehr gut in Japan verkaufte und ihm einen Namen machte. Sein erstes Konzert gab er im kleinen Saal der „Kosei Nenkin Kaikan Halle“ in Shinjuku, Tokyo.

Aber sein mit Abstand größter Erfolg kam erst danach: der Soundtrack zur NHK Dokumentation über die Seidenstraße - Silk Road. Hier kam ihm erneut der Zufall zu Hilfe: man suchte bei NHK über 1 Jahr lang bereits nach einem Komponisten für den Soundtrack zur Serie, konnte sich aber auf niemanden einigen, da keine Musik so richtig passte. Ein Freund von Isao Tamai, dem Produzenten der Serie, brachte ihm eines Tages eine Kopie von Oasis vorbei und der fand die Art der Musik so passend zur Serie, dass man Kitarō als Komponisten verpflichtete. Der Rest ist Geschichte: die Dokumentation war ein großer Erfolg, wurde weltweit ausgestrahlt und somit wurde auch seine Musik national und international bekannt.

Um Inspirationen für den Soundtrack zu bekommen, begab sich Kitarō auf eine erneute Reise durch Asien und Europa. Es waren die europäischen Alpen, die ihn in ihren Bann zogen. Und so machte er sich Anfang der 1980er auf die Suche nach einer neuen Bleibe und fand diese in dem kleinen Dorf Yasaka in den japanischen Alpen. Er zog in ein mehr als 230 Jahre altes Bauernhaus, was er nach seinen Wünschen in ein Wohnhaus mit Studio umbaute. Hier, umgeben von der Natur, komponierte und setzte er alle restlichen Alben in seiner Zeit in Japan um. Das erste war Ki (1981).

1983 heiratete er Yuki Taoka, die Tochter des einflussreichen Yakuza-Bosses Kazuo Taoka. Mit ihr hat er einen Sohn, Ryunosuke (dessen Babylachen ist auf dem späteren Album Tenku zu hören). Außerdem veranstaltete er in dem Jahr sein erstes kostenloses Konzert am Fuji, bei dem er von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu Ehren des Berges und der Natur trommelt. Diese Veranstaltung findet bis heute jedes Jahr im August statt, ist kostenlos und wird mittlerweile von vielen Fans und ehrenamtlichen Helfern aus aller Welt begleitet, wenn man auch vor einigen Jahren wegen erhöhter Radioaktivitätswerte nach Nagano ausgewichen ist. Videos von dem Event findet man bei Youtube.

1985 legte die amerikanische Plattenfirma Geffen Records verschiedene seiner früheren Alben auch in den USA neu auf und ab 1986 wechselte er komplett von seiner bisherigen japanischen Plattenfirma zu Geffen Records. Sein Album Towards the West von 1985 war das letzte, was er mit seinem langjährigen Produzenten Taka Nanri aufnahm. Damit endete seine „japanische Ära“.

Sein erstes Album bei Geffen war Tenku (1986) und man kann, obwohl in seinem Studio in Japan aufgenommen, bereits erste leichte Änderungen im Stil feststellen. Das nächste Album The Light of the Spirit (1987), an dem er mit vielen US-amerikanischen Musikern zusammenarbeitete, stellte stilistisch einen deutlichen Bruch zur vorhergehenden Musik dar. 1987 tourte er zum ersten Mal durch die USA, 1989 gab es die erste Europa-Tournee.

Der Anfang der 1990er Jahre brachte weitere Veränderungen. Zum einen trennte er sich von seiner Frau, da er viel Zeit in den USA verbrachte, sie aber in Japan bleiben wollte. Zum anderen zog er von seinem Bauernhaus in den japanischen Alpen wieder in einen abgelegenen Ort, wenn auch auf einem anderen Kontinent. Er zog in die USA, wie er selber in einem Interview sagte, damals die Spitze des Entertainments, in den kleinen Ort Ward bei Boulder/Colorado. Dort richtete er auf einem großen Grundstück mit See neben seinem Haus auch ein großes Studio namens „Mochi House“ ein. Das Bauernhaus in Japan verkaufte er nicht, es ist weiterhin in seinem Besitz.

In den USA fühlte er sich freier, musikalische Eindrücke aus anderen Stilen und von anderen Musikern in seine Musik einfließen zu lassen. Neben dem größeren amerikanischen Absatzmarkt dürfte das einer der Hauptgründe für seinen Umzug in die USA gewesen sein, auch wenn er immer noch sehr seiner japanischen Heimat verbunden ist.

1994 wechselte Kitarō zu Domo Records, einer Plattfirma, die 1993 von dem japanischen Amuse-Manager Eiichi Naito in Los Angeles gegründet wurde. Kitarō war der erste Künstler, den Domo unter Vertrag nahm und ist bis heute der wichtigste in ihrem Portfolio.

Mitte der 1990er Jahre heiratete er die japanische Musikerin Keiko Matsubara, die bereits auf mehreren Alben und Konzerten von ihm mitgespielt hatte.

Nach einem heftigen Schneesturm 2004/2005, der sein Haus von der Zivilisation abschnitt, machten sich Kitarō und seine Frau Gedanken über die einsame Lage ihres Hauses. Sie fanden ihre neue Bleibe in Sebastopol in Nordkalifornien. Dort richtete er sein neues Studio „Mochi 2“ ein. Das Haus und Studio in Ward wurde verkauft.

Kitarō hat bis heute viele Millionen Tonträger verkauft, er wurde mehrfach für einen Grammy nominiert und erhielt 1994 sogar einen Golden Globe Award für den Soundtrack zum Film „Heaven & Earth“ von Oliver Stone. Seine größte musikalische Auszeichnung war der Gewinn des Grammy 2001 in der Kategorie „New Age“ für sein Album Thinking of You.