Canis lupus - der ehrbare Wolf

Nur über wenige Tiere wurde soviel schönes und böses zugleich geschrieben. Selten wurde ein Tier in den Mythen der Welt verdammt und für weise erklärt, doch so wechselvoll wie seine Geschichte ist auch das Verhältnis von Mensch zu Wolf.

Wichtig bei aller Liebe zum Wolf ist jedoch eines: der Wolf ist und bleibt ein wildes Tier. Er ist kein Haus- oder Hofhund und ebenfalls nicht zum "kuscheln" geeignet. Begegnet ihm mit Respekt und Achtung und belaßt ihn dort wo er hingehört - in der Wildnis! Beobachtet ihn in seinem Lebensraum und versucht nicht ihn in euren zu holen, denn der Mensch hat dem Wolf schon zuviel geschadet. Erfreut euch also an seinem Leben in Freiheit.

Auf diesen Seiten wird weniger stehen wieviel er durchschnittlich wiegt und was ein Wolf so alles frißt (und er ist wahrhaftig ein gieriger Fresser...). Es wird hier ebenfalls nicht zu finden sein, wie groß oder wie schwer er wird... Diese Seiten sind dem Wolf an sich gewidmet - ich möchte euch hier Bilder und Besonderheiten zeigen die ihr nur eingeschränkt kennt. Wer weiß schon wie viele Arten der Gattung Canis lupus es weltweit gibt und wie unterschiedlich sie sind. Diese Seiten soll der ganzen Großfamilie gewidmet sein, hier sollt ihr Vielfalt sehen, Vielfalt wie sie nur die Natur hervorbringen kann...

Doch zuerst nun zu mehr als 10.000 Jahren Geschichte und auch so etwas wie Freundschaft von homo sapiens sapiens und canis lupus:

Türkei, etwa 8.000 bis 9.000 v. Zw. (Höhlenmalerei)

 

 

Spanien, etwa 7.000 bis 7.500 v. Zw. (Höhlenmalerei)

 

Ägypten, ca. 2.500 bis 3.000 v. Zw. (Grabmalerei)

 

Griechenland, ca. 1000 v. Zw. (Vasenmalerei)

 

Assyrien, ca. 800 v. Zw. (Rollsiegel)

 

Die Zwillinge Romulus und Remus, welche von einer Wölfin gesäugt wurden. Der Legende nach, gründete Romulus im seinem späteren Leben, die Stadt Rom und legte damit den Grundstein zum römischen Imperium 

 

Der Wolf war schon immer in der Nähe des Menschen, ob freiwillig oder gezwungenermaßen, dies kam auf die Umstände an...

 

Die Domestizierung von canis lupus ging schneller als manch einer sich das dachte, dennoch war es ein langer Weg vom "wilden Tier" zum treuen Weggefährten. Das man sich vieles vom Wolf abschaute und ihn wie ein Mitglied der Gemeinschaft sah, zeigen folgende Bilder:

Der Stellenwert des Wolfes in der Gesellschaft der Naturvölker war ein anderer als bei uns. Hier versuchte man von ihm zu lernen bzw. seine Kräfte sich nutzbar zu machen... 

 

So könnte es sich bei uns am Anfang auch zugetragen haben, 

der Beginn einer Partnerschaft...

 

Nachdem wir uns wohl alle im Klaren sind, daß der Mensch an der ganzen Misere "Wolf" nicht ganz unschuldig ist, sollten wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen. Was haben wir also übrig gelassen nach 10.000 Jahren Domestikation von ursprünglichen Wolf? Welche Arten gibt es und wie sehen Sie aus? Letztendlich sollten wir nicht vergessen, daß wir Menschen es waren, welche aus dem Wolf einen "Hund" züchteten - der heutzutage von Millionen von Menschen als treuer Weggefährte, Arbeitskollege, Hilfestellung und Gesprächspartner wie auch als Familienmitglied geschätzt und benötigt wird!

Die folgenden Bilder erheben selbstverständlich keinen Anspruch auf einen vollständigen Überblick über die Gattung canis lupus - sie sollen einfach die Vielfalt aufzeigen, welche neben dem allseits bekannten und berühmten Timberwolf ebenfalls existiert...

 

Grauwolf

 

Rotwolf

 

italienischer Wolf

 

arktischer Wolf

 

Mähnenwolf (wahrscheinlich nicht der Gattung canis lupus zuzurechnen). Entweder ist er eine natürliche Einkreuzung oder eine Nebenart. 

 

mexikanischer Wolf

 

indischer Wolf

 

...und hier noch eine kleine Besonderheit, obwohl ich mich schon sehr über die Existenz eines mexikanischen und indischen Wolfes gefreut habe - schließlich zeigt dies die enorme und hervorragende Anpassungsfähigkeit der Gattung canis lupus:

 

israelischer Wolf

Kein Landstrich ist also zu öde, keine Sonne zu heiß, keine Feuchtigkeit zu hoch und keine Kälte zu grimmig, als daß Isegrim sich dort nicht festgesetzt hätte. Ob er vor uns, mit uns oder nach uns kam, stets war er im Anpassungsverhalten genauso gut wie wir.

Sein Sozialverhalten, sein aggressives Potential, seine Treue zum Rudel und die Fähigkeit in schlechten Zeiten auch von alten und kranken Verwandten loslassen zu können, macht ihn fast "menschlich". Ob es die sogenannte "Klassenkeile" innerhalb des Rudels ist, welche an einem quasi kurzzeitig ausgestoßenen Mitglied vorgenommen wird oder die Abkehr von der Gemeinschaft, um selbst ein neues Rudel zu gründen, immer wieder lassen sich zwischen Mensch und Wolf Verbindungen ziehen. Letztlich auch die Tötung anderer Lebewesen ohne zwingenden Grund ist ein Faktum, welches nur wenige Tierarten mit dem Menschen gemein haben - der Wolf gehört dazu.

Das der Wolf ebenso wie viele Vertreter der menschlichen Spezies (nicht erst seit König Edward von  England) eine Vorliebe für ausufernde Mahlzeiten hat - denn schließlich frißt ein Wolf nach erfolgreicher Jagd locker zwischen 8 und 14 kg. Fleisch (eventuell auch mehr...), macht ihn fast schon sympathisch...

Ebenfalls sind Mimik und Verhalten des Wolfes facettenreich, darum an dieser Stelle nun einige Beispiele die dieses sehr eindrucksvoll zeigen:

 

Diese Mimik gilt als Inbegriff des Schreckens, welche insbesondere dem Ruf des Wolfes vorauseilte. Zu Unrecht wie ich meine, da der Wolf als Tier und Instinktwesen seiner Natur verpflichtet ist und es für ihn hier kein Entkommen gibt. Der Mensch zeigt zuweilen eben auch eine solche Mimik, dieses aggressive Potential ist nicht vergleichbar, denn es entspringt beim Menschen aus seiner Intelligenz, auch wenn dies so manches mal kaum nur schwer vorstellbar ist.

 

Drohgebärde über dem Futter

 

Hier ist kein aggressives Potential sichtbar, sondern eine Demutsbezeugung. Sichtbar an der eingezogenen Rute und den angelegten Ohren. Eine detaierte Auflistung  aller Mimiken ist etwas weiter unten verfügbar...

 

Deutlich erkennbar legt der linke Wolf die Ohren an, während dessen der rechte Wolf, seine Ohren nach vorn gerichtet hat.

 

Die Mimik des Gesichtes ist eine der wichtigsten Verständigungsmittel innerhalb der wölfischen Körpersprache Von links nach rechts nimmt einesteils die Aggression innerhalb des Verhaltens zu und andernteils wird von unten nach oben der Ausdruck von Angst innerhalb der Wolfsmimik immer stärker. Meistens ist der Gesichtsausdruck immer eine Mischung aus Aggression und Angst, je nachdem welche Position er als Einzelwesen gegenüber seiner Umwelt gerade inne hat.

 

Von Imponierhaltung über Angriffslust zu Demut bis Angstverhalten (von li. nach re.) ist jedwede Differenzierung und Kombination (auch mit der Gesichtsmimik) möglich.

Gehen wir nun zu einem Bereich über, der uns den Wolf in einer Form zeigt in der wir ihn fast ausnahmslos als angenehm und niedlich empfinden. Wobei auch hier der Mensch schon grausam genug sein kann und selbst gegen diese Gewalt und Haß anwendet - doch dies trifft nicht nur Isegrim allein, viele Gattungen sind vor der Nachstellung des größten aller Räuber nicht sicher...

Die Kinderstube von Gevatter Wolf 

Die Wolfshöhle und die Kammer mit dem Wurf ist normalerweise sehr unzugänglich und die Elterntiere lassen eine so nahe Visite eigentlich nicht zu. Doch Naturfotographen finden ja manchen Weg...

 

Gerade an solchen Bildern läßt sich wunderbar das sogenannte Babysyndrom erkennen, so sehr sich der Wolf doch im Laufe seines Lebens ändert und so gar nicht Schmusetier sein kann und will, so sehr wächst dem Betrachter jedoch dieses Wesen ans Herz - ein genialer Schachzug der Natur um junges Leben zu schützen und zu bewahren, wer auch immer dann Mutter oder Vaterrolle übernimmt. 

 

Ein Polarwölfchen vor seinem ersten Winter...

 

Die ersten Lernschritte - das gemeinsame Heulen...

 

Fast schon ein ganzer Wolf - und vom Aussehen dem deutschen Schäferhund frapierend ähnlich. Warum ist wohl der deutsche Schäferhund (nicht nur in Deutschland) so beliebt. Welche Erinnerung ist im Urzeitgedächtnis der  Menschen gespeichert?

 

Der Mut des Wolfes

Welchen Mut muß ein einzelnes Tier haben (oder eher; welchen Hunger), um einen Elch anzugreifen, welcher das Vielfache seines Körpergewichtes ausmacht...

 

Gevatter Wolf braucht auch große Füße... Pfoten um sich so kraftvoll auf den Beinen zu halten...

 

Seine Pfoten sind fast so groß wie die ganze menschliche Hand - sie sind der Garant für einen guten Halt in der Natur und ein Zeichen für seine hervorragenden Dauerlauf - Eigenschaften.

 

Doch wir wollen auch nicht die Entwicklung des Wolfes zum Hund vergessen und was wir alles aus dem Wolf so herausgezüchtet haben: hier ein kleiner Überblick...

Manches hat seinen Reiz und 25.000 Jahre Zusammensein mit dem Menschen verändert einen sicherlich, doch einige Produkte der Anpassung sind kläglich und zu bedauern...

Lassen wir den Wolf so wie er ist...

Lassen wir ihn dort wo er ist...

Lassen wir den Wolf sein was er ist...

 

Eine Warnung und ein Hinweis:

Das ist es, wie alles endet - Jäger wie auch Gejagter...

Feind wie auch Freund...

Mensch wie Tier - da werden keine Unterschiede gemacht...

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